• Weinladen im Stil der frühen 30er Jahre

    Das neue Ladenschild aus opakem Glas

    Könnte die Onkel-Toms-Ladenstraße sprechen, sie hätte wahrlich viel zu berichten. Anfang der 30er Jahre nach Plänen des Schweizer Architekten Otto Rudolf Salvisberg rund um die neue U-Bahnstation Onkel Toms Hütte erbaut, >>mehr

  • DAS BURGER DING kommt.

    Nachdem die beliebte Pizzeria in der Ladenstraße Nord zum größten Bedauern vieler Kunden nach kurzer Zeit wieder schließen musste, tritt jetzt mit viel Schwung und Elan Kharib Ossah an. Sein Ding sind Burger. Und so soll das neue Imbiss-Lokal auch heißen: BURGER DING. >>mehr

  • FAHRRAD LIPPKE.

    Hurra, ist da.

    Lange hat Onkel Toms Hütte auf seinen Fahrradladen gewartet. Nun ist er da. Stephan Lippke, der schon als siebenjähriger sein erstes Fahrrad reparierte, bietet neben dem Reparatur- und Wartungsservice, Fahrräder für Kinder und Erwachsene und Zubehör zum Verkauf an.  >>mehr

     

     

Die erste Shopping-Mall mit U-Bahn-Anschluss

Mitte der zwanziger Jahre kaufte der Sommerfeld-Konzern große Flächen im Südwesten Berlins. Adolf Sommerfeld wollte den rationellen Wohnungsbau in stadtnahen Siedlungsgebieten forcieren und arbeitete mit den Architekten Bruno Taut, Hugo Haring und Otto Salvisberg zusammen. Problem war aber dabei die Verkehrsanbindung. Es fuhr nur ein Solowagen bis zum Endbahnhof Thielplatz der U-Bahn.

Sommerfeld-Konzern baut U-Bahn

Dann bot der Sommerfeld-Konzern kostenloses Gelände und eine Baukostenübernahme für eine oberirdische Verlängerung der „U”-Bahn bis Krumme Lanke an. Damit bekam Berlin praktisch 3 km U-Bahn geschenkt – und Sommerfelds Land konnte bebaut werden. Die komplett neue U-Bahn-Strecke wurde 1929 eröffnet inklusive dem Bahnhof Onkel-Toms-Hütte mit den beiden Kopfgebäuden von Alfred Grenander. Später, nach dem Bau der Wohnhäuser, wurde der Bahnhof nach Zeichnungen von Otto Salvisberg durch die Ladenpassagen an beiden Längsseiten ergänzt, dazu noch das „Onkel-Tom-Kino”. Diese Passagen stellen das Versorgungszentrum der Onkel-Tom-Siedlung dar.

Züge im Schummerlicht

Mit dem Krieg begann eine turbulente Zeit für die Ladenstraße. Das Licht wurde fast ausgeschaltet, Schaufensterbeleuchtung ganz verboten, Züge fuhren im Schummerlicht. Noch einschneidender die Situation nach dem Krieg: Nach einem für die Bewohner sehr schwierigen Intermezzo der Besatzung durch Russen folgten die Amerikaner. Das Militär zäunte die Ladenstraße ein und sie durfte bis Dezember 1946 nur von amerikanischem Militärangehörigen und deren deutschen Zivilangestellten betreten werden, ebenso auch das Kino. Die Geschäftsleute wichen auf Provisorien im Umfeld aus, Garagen und Bretterbuden, die sogar auf der Argentinischen Allee standen.Mittelfristig waren die kleinen Läden aber unattraktiv für die Amerikaner, die schon andere Einzelhandelskonzepte kannten. Sie bauten das große Zentrum „PX” an der Clayallee und räumten danach die Ladenstraße.

Aufschwung nach dem Krieg

Für die Läden begann nach der Blockade 1948 eine Zeit stetigen Aufschwungs. Zwar wechselten die kleinen, gleichförmigen Läden häufig die Besitzer, aber insgesamt konnte sich die Ladenstraße als Nahversorgungszentrum behaupten. Später mussten aber doch einige Läden zusammengeführt werden, um zu größeren Einheiten zu kommen und die klare Struktur der einheitlichen Gestaltung rückte in den Hintergrund. Das Kino schloss und beherbergt heute einen Discounter.
Mittlerweile ist die Ladenstraße 80 jahre alt. Für so lange Zeit war sie nicht konzipiert und hat sich doch mit vielen Metamorphosen immer wieder dem Markt gestellt. Der gleichmäßige Rhythmus der einheitlichen Läden entsprach schon damals mehr dem Kostendenken der Bauherren als den Erfordernissen des Handels nach unterschiedlichen Flächengrößen an einem Standort.

Die Discounter kommen

Nach Krieg und Blockade kam bald die Discounter-Welle. Bis zu Verkaufsflächen bis 500 qm konnte sie noch mithalten – durch Umwandlung des nicht mehr zeitgemäßen Kinos – aber der Kofferraumkunde der Massen-Motorisierung war nicht ihre Zielgruppe – schließlich lag sie direkt neben einem U-Bahnhof! Doch die Nutzung der U-Bahn-Linie brach dramatisch ein und ÖPNV-Nutzer wurden die vier „A“: Alte, Arme, Ausländer , Auszubildende. Alle anderen Verkehrsnachfrager fuhren Auto und nahmen ihre Kaufkraft mit.
Aber die Ladenstraße fand ihre Nische. Die Vielzahl der Läden brachte einen großen Branchenmix mit sich, der heute vom Discounter bis zum höherwertigen Lebensmittelanbieter und Inhaber geführten Fachgeschäften reicht.

Zurück zu den Wurzeln und nach vorn

Mit dem demografischer Wandel -: Senioren kaufen häufiger, wollen Service und persönlichen Kontakt, haben differenzierte Nachfrage und kaufen hochwertiger und dem einsetzenden Zuzug junger Leute nach Dahlem passt das neue „alte“ Nachfrageprofil wieder bestens zur Ladenstraße: Mit den kleinen Läden, der U-Bahnanbindung , Serviceangeboten wie Bringeservice, Reparaturen, Beratung und Fahrradfreundlichkeit kann sich die Ladenstraße vom Massengeschäft des Einzelhandels abheben. Andererseits ist die Ladenstraße auch ein kleines „Gründerzentrum“: die kleinen Läden ermöglichen Existenzgründern einen Start mit begrenztem Risiko.

(Dieter Aßhauer)

Onkel Toms Ladenstrasse - Startseite

Zurück in die Zukunft. Die historische Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte erfindet sich neu. Das können Sie hier sehen und erleben.

Sehenswert - Onkel Toms Htte
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